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Du passt hier nicht rein. Das Echo meines Lebens

2/21/2017


„Du passt hier nicht rein.“ Für mich, als die, die sich eh zu oft fehl am Platz vorkommt, so viel mehr als nur eine freundlich formulierte Absage. Die negative Konnotation ist spürbar, hängt irgendwo im Raum und ist dabei sich über mich zu legen.

Du passt hier nicht rein. Banal und dennoch so viel mehr als das. Vor allem dann, wenn sich richtig immer irgendwie ein wenig falsch anfühlt, weil es da diese kleinen Unterschiede gibt. Dinge und Gesagtes, nebenbei, ganz beiläufig. Doch auch diese unbedachten Worte haben Gewicht und manchmal wiegen sie so viel mehr, als die Bedachten.

Wo passt du dann hin, wenn nicht hierher? Wo ist dein Platz? Wo und wann passt es denn dann? Endlich.

Es ist wieder das gleiche Spiel. Es war mal wieder nicht genug, hat nicht gereicht, wie so oft. Zu oft und es fühlt sich nicht gut an. Ganz und gar nicht, es tut weh und ist unglaublich verletzend.

Mal wieder hat es nicht gereicht und ich bin den Anforderungen nicht gerecht geworden, den Erwartungen, die andere in mich hatten, die ich selbst an mich hatte. Diesmal ist meine eigene Enttäuschung nicht so groß, wie das Gefühl, die anderen enttäuscht zu haben. Sie dachten, du schaffst es, aber du hast es nicht geschafft. Du hast dich selbst enttäuscht, doch die anderen noch so viel mehr.
 
Es gibt Dinge, die man ändern kann, verbessern, ablegen und neu dazu lernen, andere wiederum liegen nicht in unserer Hand. Ich kann nicht aus meiner Haut. Auch wenn ich mir das manchmal doch wünsch, aber ich kann nicht. Das ist eins der Dinge die ich nicht beeinflussen kann. Unveränderlich und für mich an manchen Tagen schwer zu ertragen. Besonders heute, wenn man gerne normal wäre, so wie die anderen, weil es eine Rolle spielt, obwohl es keine spielen sollte. Aber da ist wieder der Moment, an dem ich feststelle, für das was jemand anderes, einfach so bekommt muss ich mich beweisen. Ich muss mehr überzeugen, da ich nicht passe. Zumindest nicht hier rein. Nicht hier her.

Ich war nicht genug. Nicht gut genug. Das sind die Dinge, die mich fortwährend verfolgen, auf Schritt und Tritt. Gut, aber nie gut genug. In Ordnung, aber nie gereicht. Richtig, aber nie die Richtige. Gewesen, aber nie sein werden. Es ist eine Aneinanderreihung, sich ständig wiederholender Ereignisse, mit ein und demselben Ergebnis: Ich habe nicht gepasst. War nicht genug. Habe nicht gereicht.

An diesem Samstag habe ich gemerkt, dass diese Idee von Gleichheit nicht so existiert, wie sie das eigentlich sollte. Auf dem Papier sind wir gleich, Nummern, Ziffern, Zahlen. Doch im Leben, da wo die Musik spielt, da werden Unterschiede spürbar. Blicke brennen sich ein und Worte, die treffen. Ihr Ziel. Jedes Mal auf Neue. Und selbst wenn sie abprallen, hallen sie nach. Manche Tage andere Wochen.

Du passt hier nicht rein. Das Echo meines Lebens. 

Oft weiß ich auch gar nicht wohin ich gehöre. Zu wem oder wann es passt. Da ist dieses Loch, was mich dann verschlingt. Weil ich da stehe. Alleine gegen die Welt. Ja ich weiß, oft bin ich auch selbst daran schuld, wenn ich wieder dicht mache, meine Signale zu uneindeutig sind oder zumindest nicht als solche wahrgenommen werden. Doch ich warte, auf jemanden, der meine Signale deutet. Der die feinen Nuancen lesen kann. Ich warte, auf etwas, dass mich leitet. Zu meinem Platz, an den ich passe und gehöre.
Weil alle anderen Stühle schon besetzt sind.

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