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Kolumne // Warten.Rattern.Implosion.

7/25/2016


Auf etwas zu warten war noch nie meine Stärke. 
In den (meisten) zeitlich gesehenen kurzen Spannen des Wartens, beginnt es in meinem Kopf an zu rattern. Jedmögliche Eventualität und alle möglichen und auch die völlig abwegigen Szenarien beginnen sich in meinem Kopf zu formen und zu verselbstständigen. Alles rast und rattert und ich würde dann gerne mal den Pause Knopf drücken oder mich selbst anschreien:
„Hey, was machst du da eigentlich?! Es nervt! Hör doch bitte damit auf, es führt doch zu nichts!!!“ Natürlich schreie ich mich nicht wirklich selbst an, mehr so im übertragenen Sinne. Was natürlich nicht halb so wirksam ist, wie eine verbale Konfrontation. Aber wer versteht sich denn schon immer ausnahmslos mit seinen Kopfinhalten. Irgendwie ist das ja immer so ein Hin und Her. 
Ja, Nein oder vielleicht doch etwas ganz anderes?

Jedenfalls, ist gerade wieder so einer dieser Momente des Wartens. 
Ich sitze hier, war wieder viel zu früh wach und essen kann ich irgendwie auch nichts. Auch wenn ich weiß, dass ich das dann im Nachhinein bereuen werde. Doch jetzt gerade würde ich einfach keinen einzigen Bissen herunterbekomme und mir nur ein Blickduell mit meinem Essen liefern, was irgendwie auch mehr ins Leere laufen würde, da es ja nicht zurückschaut. Eine meiner momentanen Lieblingsbeschäftigungen beim Warten ist Aufräumen. 
Ja ich weiß, das klingt seltsam lächerlich, aber es ist wirklich so. Immer wenn ich mich vor etwas drücken muss, vorzugsweise Lernen oder einer anderen Aufgabe, die für mich nicht so prickelnd erscheint, wird aufgeräumt. Das Problem ist: Ich hab gestern schon aufgeräumt und sitze nicht in dem normalen Chaos aus Zeitschriften, Büchern und Kleidung, sondern in einem ordentlichen Zimmer. Früher war Zimmer aufräumen das schlimmste, was es gab und mittlerweile geht das fast wie von alleine, ohne ständig mahnendes erinnern und herumgemaule. 
Wahrscheinlich gehört das zum Erwachsenwerden (?) oder ich habe einfach seltsame Angewohnheiten entwickelt.


Auch wenn ich gerade eine Beschäftigung gefunden habe, vergeht die Zeit irgendwie genauso langsam, wie davor. Vielleicht sogar noch langsamer, wenn man mich fragen würde. Aber das tu ich nicht. Sonst implodiert mein Kopf noch und ich will ihn ja nicht dazu verführen, indem ich ihm noch mehr Pulver gebe. 
Möglicherweise sollte ich mir ja mal eine Meditationstechnik drauf schaffen, welche innerliche Ruhe bringt und mit der ich dann hoffentlich ein geduldigerer Warter werde. Denn egal mit was ich mich beschäftige, es geht zu schnell vorbei und die Zeit scheint unendlich lange und so als würde sie kein Stück voranschreiten. 
Wie jetzt. Ich bin fast fertig. Hier, mit dem schreiben dieser letzten Sätze und die Zeit, die ist doch noch zu lange um hiermit weiterzumachen. 

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